• logo
  • Liebe VPP-Mitglieder,

     

    aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen zur Ausbreitung des Coronavirus werden alle Besuche bei unseren Mitgliedern abgesagt. Auch entfällt die für 26.03.2020 geplante Reise nach Michelfeld sowie die Versammlung im April. Ob die Ausflugsfahrt nach Wolframs-Eschenbach am 23.04.2020 stattfinden kann sowie die Maifeier, wird kurzfristig entschieden. Ich bitte mit Blick auf unser aller Gesundheit um Verständnis!.

     

    Gerhard Danzl
    1. Vorsitzender


  • Urlaubsreise fällt aus

     

    Wegen zu geringer Anmeldungen, aber auch mit Blick auf die Corona-Pandemie musste die Urlaubsfahrt vom 16. bis 21.06.2020 leider abgesagt werden. Es wird ersatzweise im Juni einen Tagesausflug geben..

     

    Inge Kareth
    Reiseleiterin


MV 06/17: Erste Hilfe und Vorbeugung – was man im Alter dazu wissen muss

Als Gastreferent war heute Medizinaldirektor (MDKlaus Friedrich, von der Bayer. Bereitschaftspolizei, bei uns zu Besuch. Er sprach zu uns zum Thema

„Erste Hilfe und Vorbeugung – was man im Alter dazu wissen muss“.

 

MD Friedrich ließ zunächst Revue passieren, welche typischen Krankheitsbilder in welchem Lebensalter wahrscheinlich sind und wies eindringlich darauf hin, dass es bei vielen Erkrankungen jeder Mensch in sehr großem Umfange selbst in der Hand habe, ob er von ihnen betroffen werden wird oder nicht. Insbesondere zeigte er auf, dass bei den Krebserkrankungen bei Frauen der Brustkrebs und bei Männern der Prostatakrebs alle anderen Krebsarten an Häufigkeit überragen. Ferner habe der Darmkrebs bei Männern und Frauen gleichermaßen eine gewisse Häufigkeit. Bei allen genannten Krebsarten bestünden aber sehr gute Chancen, wenn sie denn auftreten sollten, dass sie bei gewissenhaft in Anspruch genommenen Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt und Patienten schließlich als geheilt entlassen werden können. Leider vernachlässigen viele Menschen diese – meist kostenfreien – Vorsorgeuntersuchungen. Ab dem 50. Lebensjahr sollte daher in regelmäßigen Abständen per Darmspiegelung überprüft werden, ob im Darm Polypen festgestellt werden können. Werden diese nicht entfernt, können in ihnen Krebszellen entstehen. Die Untersuchung erfolgt unter leichter Narkose, ist daher schmerzfrei, der Patient bekommt davon in der Regel nichts mit. Das einzige, was man als unangenehm empfinden könnte ist die vorher erforderliche Darmentlerung durch geeignete Abführmittel. Der Arzt wird während der Untersuchung entdeckte Polypen entfernen. Das entfernte Gewebe wird anschließend auf etwaige Krebszellen untersucht. Werden sie früh erkannt, ist das in der Regel nicht der Fall. Werden Krebszellen festgestellt, kann es sein, dass in einer Folgeoperation aus Sicherheitsgründen noch etwas Darmgewebe entfernt werden muss. Letzteres kann man aber bei regelmäßig in Anspruch genommenen Vorsorgeuntersuchungen fast immer vermeiden.

Nämliches gilt für Brustkrebs. Frauen sollten ihre Brust regelmäßig, zum Beispiel nach dem Baden, gründlich auf verhärtetes Innengewebe abtasten. Ihnen fällt es in der Regel zu allererst auf, wenn sich an einer Stelle ein Knoten gebildet hat, der bei vorherigen Abtastungen nicht festgestellt werden konnte. Schon in jungen Jahren stehen Frauen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zu, wozu auch die Mammografie gehört. Besonders wenn Brustkrebs bereits in der Familie (Großeltern, Eltern, Schwestern) aufgetreten ist, sollte auf regelmäßiges Abtasten und gewissenhafte Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen großen Wert gelegt werden.

Einen Sonderfall stellt bei Frauen der Krebs am Gebärmutterhals dar. Er wird von Viren ausgelöst, welche meist beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Für junge Mädchen gibt es dafür eine Schutzimpfung, die allerdings vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen sollte.

Prostatakrebs ist ein typischer Alterskrebs bei Männern, der meist etwa ab dem 65. Lebensjahr gehäuft auftritt. Auch hier kann frühzeitiges Erkennen durch Abtasten des Organs über den Enddarm und frühzeitiges Entfernen des Krebsgewebes das Problem beheben. Der Prostatakrebs ist heimtückisch, weil der betroffene Patient davon überhaupt nichts bemerkt. Nur die Vorsorgeuntersuchung und frühzeitige Operation kann den Ausbruch von Metastasen verhindern.

Die häufigsten zum Tode führenden Erkrankungen stellen Herzkreislauferkrankungen dar. Vor allem bei Herzinfarkt ist schnelle ärztliche Intervention erforderlich. Wer binnen einer Stunde im OP des Krankenhauses eintrifft, dessen Herz kann nahezu unversehrt gerettet werden, durch Entfernen des Verschlusses, Aufweiten des betroffenen Gefäßes, setzen eines Stützröhrchens (Stent) oder im Extremfall durch Setzen eines Bypasses. Bis zu 6 Stunden nach dem Infarkt kann meistens das Leben noch gerettet werden. Deshalb ist es wichtig, bei auftretenden Symptomen sofort den Rettungsdienst zu rufen. Die meisten Infarkte ereignen sich in den Morgenstunden zwischen drei und vier Uhr. Wer meint, er könne die Symptome noch bis zum Sonnenaufgang ertragen, wartet womöglich zu lange.

Die Symptome eines Herzinfarktes unterscheiden sich bei Männern und Frauen aus noch unbekannten Gründen. Bei Männern sind ein heftiger Brustschmerz, der in den linken Arm bis zu den Fingern ausstrahlen kann, starkes Brustdrücken, Atemnot typisch. Bei Frauen sind die Symptome nicht so eindeutig. Sie empfinden eher ein Druck- und Engegefühl, plötzliche Kraftlosigkeit, Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Atemnot.  Gerade weil hier die Symptome nicht eindeutig einem Infarkt zugeordnet werden können ist es umso wichtiger, beim Auftreten dieser sofort notärztliche Hilfe anzufordern.

Ursachen für Herzkreislaufbeschwerden – und besonders  für einen Herzinfarkt – liegen oft in den persönlichen Lebensweisen. Rauchen, ungesunde, fette Ernährung und Bewegungsmangel stehen dabei an vorderster Stelle. Das sind Risikofaktoren die jeder einzelne durch eine Änderung seiner Lebensgewohnheiten minimieren kann. Daneben sind medizinische Faktoren wie Bluthochdruck und Diabetes oft für Herzinfarkte ursächlich. Diese Risikofaktoren können aber mittels Medikamenten minimiert werden.

Im Anschluss an dern Vortrag hatten wir Gelegenheit, an den Referenten noch Fragen zu stellen. Zusammenfassend war der Vortrag für uns Zuhörer sehr interessant und so mancher – auch ich – fühlte sich ertappt, vorhandene Vorsorgemaßnahmen bislang nicht gewissenhaft in Anspruch genommen zu haben. Angenehm fand ich vor allem, dass MD Friedrich in einer auch für medizinische Laien gut verständlichen Sprache vortrug.

Kurt O. Wörl 

Print Friendly, PDF & Email

Kommentare sind geschlossen.