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VPP Weihnachtsfeier 2023

von Kurt O. Wörl (webmaster [at] vpp-nuernberg.de)

Unsere Weihnachtsfeier wurde wieder vom diesjährigen Nürnberger Christkind eröffnet. Die 17jährige Schülerin Nelli Lunkenheimer präsentierte uns wieder gekonnt und frei sprechend den Prolog, mit dem alljährlich der Nürnberger Christkindlasmarkt  eröffnet wird.

Christkind Nelli Lunkenheimer

Zum Auftakt erfreute uns der Posaunenchor Gostenhof mit himmlischen Klängen von der Empore des Festsaals, bevor der Vorsitzende, Gerhard Danzl die Festgäste begrüßte.

1. Vorsitzender Gerhardt Danzl

Entschuldigen ließen sich – wegen anderweitiger Verpflichtungen – heuer der bayer. Innenminister Joachim Herrmann und der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König. Doch übersandten beide der Vereinigung Grußworte, die Danzl den Gästen zur Kenntnis vortrug:

Grußworte des Bayer. Innenministers:

Joachim Herrmann

„Liebe Pensionistinnen und Pensionisten
sehr geehrte Damen und Herren,

das aktuelle Jahr 2023 liegt fast hinter uns. Der deutsche Philosoph Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900) hat es einmal ganz zutreffend beschrieben: „Erst am Ende eines Jahres weiß man, wie sein Anfang war“. Ein Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt uns, vor welchen Herausforderungen wir standen und wie wichtig eine gut aufgestellte Polizei für unsere Gesellschaft ist.

Schon zum Jahreswechsel hatten die Krawalle in der Silvesternacht in Berlin bundesweit für Aufsehen und Entsetzen gesorgt. Vielerorts hatten Randalierer die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr gezielt mit gefährlicher Pyrotechnik beschossen. Dieses Ausmaß an Gewalt ist erschreckend und nicht zu tolerieren! Damit solche Krawallmacher in Bayern keinen Platz bekommen, setzen wir dem mit unserem Aktionsplan „Gewalt gegen Einsatzkräfte – Täter verfolgen, Helfer schützen“ ein starkes Zeichen entgegen. Seit diesem Jahr werben wir, gemeinsam mit den Bayerischen Sportvereinen, außerdem erfolgreich mit der Kampagne #EureFans: „Nicht alle Helden tragen Trikots“ für mehr Anerkennung und Respekt gegenüber Einsatzkräften.

Die weltpolitische Situation sowie das globale Machtgefüge verändern sich – mit maßgeblichen Folgen für das alltägliche Einsatzgeschehen der Polizei in Bayern. Auch kurz vor Weihnachten besteht kaum Hoffnung auf ein baldiges Ende des andauernden Krieges in der Ukraine. Russland setzt seine Angriffe auf Infrastruktur und Energieversorgung der Ukraine unvermindert fort. Seither sind viele Folgen des Krieges und der Sanktionen auch in Deutschland spürbar. Die Bayerische Polizei hat deshalb, neben dem Schutz zahlreicher Versammlungen, der Unterstützung anderer Behörden bei der Aufnahme und Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine sowie der Organisation von Akuthilfe, auch die eigene Krisenresilienz weiter gestärkt.

Auch der menschenverachtende Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober sowie die heftigen Kampfhandlungen im Gazastreifen wirken sich auf die Sicherheitssituation in Deutschland und in Bayern aus. Die islamistische Szene in Deutschland ist wieder aktiver geworden. Gräueltaten der Hamas wurden auf den Straßen deutscher Großstädte gefeiert und bejubelt – Antisemitismus offen gezeigt. Die Bayerische Polizei wirkt dem konsequent entgegen und verbindet deshalb umso mehr die kompromisslose Bekämpfung dieses widerwärtigen Judenhasses mit dem nachdrücklichen Schutz jüdischen Lebens und jüdischer Einrichtungen. Aber auch unsere Bundesregierung ist hier gefordert: Wer die Menschenrechte und unsere deutsche Verfassung mit Füßen tritt, darf nicht deutscher Staatsbürger werden können oder bleiben.

Darüber hinaus hat die Bayerische Polizei im zurückliegenden Jahr wieder einige einsatzintensive Großveranstaltungen, wie die Münchner Sicherheitskonferenz oder die IAA Mobility 2023, gewohnt professionell bewältigt. Aber auch die unzähligen anderen Versammlungen und Veranstaltungen sowie zahlreiche Einsätze wegen illegaler Protestformen selbsternannter „Klimaaktivisten“ haben die Kolleginnen und Kollegen stark beansprucht.

Sie sehen, das Jahr 2023 war geprägt von Herausforderungen, denen sich unsere Polizei wieder mit unermüdlichem Einsatz und großem Engagement gestellt hat. In Zahlen ausgedrückt waren das in Bayern – bis einschließlich Oktober – bereits weit über 1,4 Millionen Einsätze. Gemeinsam haben wir so die Sicherheit in Bayern weiter gestärkt und dazu beigetragen, dass sich unsere Bürgerinnen und Bürger jederzeit sicher fühlen konnten. Ihre Erfahrungen und Unterstützung, auch nach dem Eintritt in den Ruhestand, sind dabei von unschätzbarem Wert.

Ein Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt uns nicht nur die Erfolge, sondern auch die Bereiche, in denen wir uns weiterentwickeln können. Im Jahr 2024 wollen wir deshalb die Polizeiarbeit und das (mobile) Einsatzmanagement weiter modernisieren und digitalisieren. Mit unserem Programm „Mobile Police“ ist die Bayerische Polizei dazu für die Zukunft bestens gerüstet. Zusätzlich haben wir beschlossen, die Stellenanzahl bei der Bayerischen Polizei, einschließlich der Bayerischen Grenzpolizei, bis 2028 insgesamt nochmals um 2.000 auf über 47.000 Stellen für alle Beschäftigten zu erhöhen.

Liebe Pensionistinnen und Pensionisten, Sie können am besten nachvollziehen, wie stark unsere Kolleginnen und Kolleginnen im aktiven Dienst mit dem vielfältigen Einsatzgeschehen belastet sind. Das ausklingende Jahr hat aber gleichzeitig auch in besonderem Maße gezeigt, wie wichtig unsere Arbeit für eine freiheitliche Gesellschaft ist. Die überwiegende Mehrheit aller Bürgerinnen und Bürger bringt der Polizei deshalb höchste Wertschätzung entgegen. Das sollte Ihnen immer bewusst sein – selbst wenn einige wenige Unruhestifter sich anders artikulieren und verhalten.

Leider ist es mir nicht möglich, an Ihrer vorweihnachtlichen Feierstunde teilzunehmen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien auf diesem Weg ein besinnliches, frohes und friedliches Weihnachtsfest sowie viel Glück im neuen Jahr. Genießen Sie heute einen unterhaltsamen Nachmittag und bleiben Sie gesund!

Joachim Herrmann
Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration
Mitglied des Bayerischen Landtags“

Grußworte des Oberbürgermeisters:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund der zeitgleich stattfinden Stadtratssitzung kann ich heute leider nicht bei Ihnen sein. Ich bin froh, dass Ihre Tradition, sich im Kreise früherer Kolleginnen und Kollegen auf Weihnachten einzustimmen, lebt und gepflegt wird.

Mir ist bewusst, dass auch dieses Jahr fordernd war: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind an vielen Stellen noch zu spüren, der Krieg in der Ukraine mit allen für uns spürbaren Folgen hält an und auch der Krieg im Nahen Osten beunruhigt und beschäftigt uns.

Und bei all den Beschwernissen und Herausforderungen, vor denen wir stehen, möchte ich uns alle doch ermutigen: Seien und bleiben wir optimistisch. Es gibt so vieles, was uns gelingt; vieles, was uns Freude und Hoffnung schenkt; vieles, worauf wir uns freuen können.

Ich blicke dankbar auf 2023 zurück – und voller Vorfreude auf 2024: Wir werden gemeinsam Feste feiern, uns begegnen und austauschen. Wir alle sind Nürnberg und wir alle haben es in der Hand, ein gutes und friedliches Zusammenleben zu gestalten. Viele Nürnbergerinnen und Nürnberger – rund 100.000 Menschen! – sind ehrenamtlich engagiert und werden ihren Mitmenschen und sich selbst mit diesem Engagement eine große Freude machen.

Ihnen, Ihren Familien und Freunden wünsche ich frohe Weihnachten, schöne Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr 2024! Alles Gute!

Marcus König
Oberbürgermeister“

Im Anschluss sprach auch der Nürnberger Polizeipräsident Adolf Blöchl, zu uns und überbrachte seine Weihnachtsgrüße – und die der aktiven Kollegen – an die Pensionisten und ihre Familien.

PP Adolf Blöchl

Heuer gab es gleich zwei Weihnachtsgeschichten, die uns Gerhard Danzl zum Besten gab. Die erste, von Berthold Brecht verfasst, gab es vor den besinnlichen Worten des Polizeiseelsorgers:

„Das Paket des lieben Gottes

Nehmt eure Stühle und eure Teegläser mit hier hinter, an den Ofen und vergesst den Rum nicht. Es ist gut, es warm zu haben, wen man von der Kälte erzählt.

Manche Leute, vor allem eine gewisse Sorte Männer, die etwas gegen Sentimentalität hat, haben eine starke Aversion gegen Weihnachten. Aber zumindest ein Weihnachten in meinem Leben ist bei mir wirklich in bester Erinnerung. Das war der Weihnachtsabend 1908 in Chicago.

Ich war Anfang November nach Chicago gekommen, und man sagte mir sofort, als ich mich nach der allgemeinen Lage erkundigte, es würde der härteste Winter werden, den diese ohnehin genügend unangenehme Stadt zustande bringen könnte. Als ich fragte, wie es mit den Chancen für einen Kesselschmied stünde, sagte man mir, Kesselschmiede hätten keine Chance, und als ich eine halbwegs mögliche Schlafstelle suchte, war alles zu teuer für mich. Und das erfuhren in diesem Winter 1908 viele in Chicago, aus allen Berufen.

Der Wind wehte den ganzen Dezember scheußlich vom Michigan-See herüber. Gegen Ende des Monats schlossen auch noch eine Reihe großer Fleischpackereien ihren Betrieb. Eine ganze Flut von Arbeitslosen war auf die kalten Straßen anzutreffen.

Wir trabten die ganzen Tage durch sämtliche Stadtviertel und suchten verzweifelt nach etwas Arbeit und waren froh, wenn wir am Abend in einem winzigen, mit erschöpften Leuten angefüllten Lokal im Schlachthofviertel unterkommen konnten. Dort hatten wir es wenigstens warm und konnten ruhig sitzen. Und wir saßen, so lange es irgend ging, mit einem Glas Whisky in der Hand. Wir sparten alles den Tag über auf dieses eine Glas Whisky, in das noch Wärme, Lärm und Kameraden mit inbegriffen waren, all das, was es an Hoffnung für uns noch gab.

Dort saßen wir auch am Weihnachtsabend dieses Jahres. Das Lokal war noch überfüllter als gewöhnlich und der Whisky noch wässeriger und das Publikum noch verzweifelter. Es ist einleuchtend, dass weder das Publikum noch der Wirt in Feststimmung geraten, wenn das ganze Problem der Gäste darin besteht, mit einem Glas eine ganze Nacht auszureichen. Das ganze Problem des Wirtes bestand darin, diejenigen hinauszubringen, die leere Gläser vor sich stehen hatten.

Aber gegen zehn Uhr kamen zwei, drei Burschen herein, die, der Teufel mochte wissen woher, ein paar Dollars in der Tasche hatten, und die luden, weil es doch eben Weihnachten war und Sentimentalität in der Luft lag, das ganze Publikum ein, ein paar Extragläser zu leeren. Nach fünf Minuten darauf war das ganze Lokal nicht wiederzuerkennen.

Alle holten sich frischen Whisky und passten nun ungeheuer genau darauf auf, dass ganz korrekt eingeschenkt wurde. Die Tische wurden zusammengerückt und ein verfroren aussehendes Mädchen wurde gebeten, einen Cakewalk zu tanzen, wobei sämtliche Festteilnehmer mit den Händen den Takt klatschten. Aber was soll ich sagen, der Teufel mochte seine schwarze Hand im Spiel haben, es kam keine reche Stimmung auf.

Ja, geradezu von Anfang an nahm die Veranstaltung einen direkt bösartigen Charakter an. Ich denke, es war der Zwang, sich beschenken lassen zu müssen, der alle so aufreizte. Die Spender dieser Weihnachtsstimmung wurden nicht mit freundlichen Augen betrachtet. Schon nach den ersten Gläsern des gestifteten Whiskys wurde der Plan gefasst, eine regelrechte Weihnachtsbescherung, sozusagen ein Unternehmen größeren Stils, vorzunehmen.

Da ein Überfluss an Geschenkartikeln nicht vorhanden war, wollte man sich weniger an direkt wertvolle und mehr an solche Geschenke halten, die für die zu Beschenkenden passend waren und vielleicht sogar einen tieferen Sinn ergaben.

So schenkten wir dem Wirt einen Kübel mit schmutzigem Schneewasser von draußen, von dem es gerade genug davon gab, damit er mit seinem alten Whisky noch ins neue Jahr hinein ausreichte. Dem Kellner schenkten wir eine alte, erbrochene Konservenbüchse, damit er wenigstens ein anständiges Servicestück hätte. Und einem zum

Lokal gehörigen Mädchen schenkten wir ein schartiges Taschenmesser, damit es wenigstens die Schicht Puder vom vergangenen Jahr abkratzen könnte.

Alle diese Geschenke wurden von den Anwesenden, vielleicht nur die Beschenkten ausgenommen, mit herausforderndem Beifall bedacht.

Und dann kam der Hauptspaß. Es war nämlich unter uns ein Mann, der musste einen schwachen Punkt haben. Er saß jeden Abend da, und Leute, die sich auf dergleichen verstanden, glaubten mit Sicherheit behaupten zu können, dass er, so gleichgültig er sich auch geben mochte, eine gewisse, unüberwindliche Scheu vor allem, was mit der Polizei zusammenhing, haben musste. Jeder Mensch konnte sehen, dass er in keiner guten Haut steckte.

Für diesen Mann dachten wir uns etwas ganz Besonderes aus. Aus einem alten Adressbuch rissen wir mit Erlaubnis des Wirtes drei Seiten heraus, auf denen lauter Polizeiwachen standen, schlugen sie sorgfältig in eine Zeitung und überreichten das Paket jenem Mann.

Es trat eine große Stille ein, als wir es überreichten. Der Mann nahm zögernd das Paket in die Hand und sah uns mit einem etwas kalkigen Lächeln von unten herauf an. Ich merkte, wie er mit den Fingern das Paket anfühlte, um schon vor dem Öffnen festzustellen, was darin sein könnte. Aber dann machte er es rasch auf.

Und nun geschah etwas sehr Merkwürdiges. Der Mann nestelte eben an der Schnur, mit der das „Geschenk“ verschnürt war, als sein Blick, scheinbar abwesend, auf das Zeitungsblatt fiel, in das die interessanten Adressbuchblätter geschlagen waren. Da war sein Blick schon nicht mehr abwesend. Sein ganzer dünner Körper (er war sehr lang) krümmte sich sozusagen um das Zeitungsblatt zusammen, er bückte sein Gesicht tief darauf herunter und las. Niemals, weder vor – noch nachher, habe ich je einen Menschen so lesen sehen. Er verschlang das, was er las, einfach. Und dann schaute er auf. Und wieder hatte ich niemals, weder vor – noch nachher, einen Mann so strahlend schauen sehen wie diesen Mann.

„Da lese ich eben in der Zeitung“, sagte er mit einer verrosteten mühsam ruhigen Stimme, die in lächerlichem Gegensatz zu seinem strahlenden Gesicht stand, dass die ganze Sache einfach schon lang aufgeklärt ist. Jedermann in Ohio weiß, dass ich mit der ganzen Sache nicht das Geringste zu tun hatte.“ Und dann lachte er. Und wir alle, die erstaunt dabeistanden und etwas ganz anderes erwartet hatten, begriffen, dass der Mann unter irgendeiner Beschuldigung gestanden haben muss und inzwischen, wie er eben aus dem Zeitungsblatt erfahren hatte, rehabilitiert worden war. Plötzlich fingen wir alle an, aus vollem Halse und fast aus dem Herzen mitzulachen.

Dadurch kam ein großer Schwung in unsere Veranstaltung, die gewisse Bitterkeit war vergessen und es wurde eine ausgezeichnete Weihnachtsnacht, die bis zum Morgen dauerte und alle befriedigte.

Und bei dieser allgemeinen Befriedigung spielte es natürlich gar keine Rolle mehr, dass dieses Zeitungsblatt nicht wir ausgesucht hatten, sondern es muss Gott gewesen sein.“

Passend zu diesem „göttlichen Paket übermittelte der Polizeiseelsorger, Martin Zenk, sodann die weihnachtliche Botschaft.

Martin Zenk

Und schließlich trug uns Gerhard Danzl eine weitere, wundervoll amüsante Weihnachtsgeschichte vor, die wir unseren Lesern ebenfalls nicht vorenthalten wollen:

„Die uns bekannte Weihnachtsgeschichte
würde heute wie folgt lauten:

Was, wenn Weihnachten nicht vor 2023 Jahren, sondern heute stattgefunden hätte…

Säugling in Stall gefunden – Polizei und Jugendamt ermitteln,
Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen

BETHLEHEM, JUDÄA – In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten.

Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.

Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als „weise Männer“ eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie von einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.

Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: „Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen.“

Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zu medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage rechnen. Weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott, wird ihr geistiger Zustand näher untersucht.

In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht:

„Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass – wie in diesem Fall – ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können.“

Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten behaupteten übereinstimmend, dass ihnen ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: „Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede vollgekiffter Junkies, die ich je gehört habe.“

Der musikalische Rahmen

Sodann folgte wieder das Highlight unserer alljährlichen Weihnachtsfeier. Wie schon viele Jahre vorher beglückten uns auch heuer wieder Künstler vom Internationalen Opernstudio der Staatsoper in Nürnberg mit wunderbaren Musikbeiträgen aus Oper und Operette. Diesmal dabei:

die Sängerinnen Adromahi Raptis
  Sara Šetar
die Sänger Joohoon Jang
  Kabelo Lebyana
  Seokjun Kim
am Klavier Andreas Paetzold
Moderation Wiebke Hetmanek

Das musikalische Programm sehr gefällig und unterhaltsam – wie immer. – Und so sah es aus:

  • von Wolfgang Amadeus Mozart „Papageno Auftrittsarie“
    aus DIE ZAUBERFLÖTE
  • von Wolfgang Amadeus Mozart „Figaro: Voi che sapete“
    aus DIE HOCHZEIT DES FIGARO
  • von Wolfgang Amadeus Mozart „In diesen heil’gen Hallen“
    aus DIE ZAUBERFLÖTE
  • von Wolfgang Amadeus Mozart „Duett Zerline/Giovanni“
    aus DON GIOVANNI
  • von Giachino RossiniNon piu mesta“
    aus LA CENERENTOLA
  • von Gaetano Donizetti „Auftrittsarie Dulcamara“
    aus DER LIEBESTRANK
  • von Guiseppe Verdi „Gilda, Caro nome“
    aus RIGOLETTO
  • von Guiseppe Verdi „La donna e mobile“
    aus RIGOLETTO
  • von Johann Strauß „Ich lade gern mir Gäste ein“
    aus DIE FLEDERMAUS
  • von Franz Lehár „Freunde, das Leben ist lebenswert“
    aus GIUDITTA
  • von Johann Strauß „Spiel ich die Unschuld vom Lande“
    aus DIE FLEDERMAUS
  • von Richard Rodgers „Some enchanted evening“
    aus SOUTH PACIFIC
  • von Jerome KernOl man river“
  • und schließlich von Johann Strauß „Im Feuerstrom der Reben“
    aus DIE FLEDERMAUS

Video: Alle Künstler „Im Feuerstrom der Reben“

Und so ging wieder ein wunderbarer, vorweihnachtlicher Nachmittag zu Ende und unsere Pensionisten konnten, voll Vorfreude auf das Weihnachtsfest, den Heimweg antreten.

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