von Kurt Kellermann
Am Montag, den 10. August 2026, besuchte eine kleine Gruppe der VPP den Bayerischen Rundfunk im Studio Nürnberg. Bereits an der Pforte wurden wir von Frau Göb, die uns durch den Nachmittag begleiten sollte, in Empfang genommen.
Noch bevor die eigentliche Führung begann, erfuhren wir einiges über die Geschichte des weitläufigen Geländes an der Wallensteinstraße. So diente das Areal während der beiden Weltkriege unter anderem als Pferdelazarett des Militärs. Im Jahr 1949 bezog schließlich der Bayerische Rundfunk das Gelände.
Obwohl der BR in Nordbayern noch weitere Außenstellen unterhält, übernimmt das Studio Nürnberg für verschiedene Bereiche eine zentrale Funktion. Einen ersten Einblick in die praktische Rundfunkarbeit erhielten wir bei der Bearbeitung aufgezeichneter Interviews. Dort wurde anschaulich gezeigt, wie Tonaufnahmen nachträglich geschnitten und aufbereitet werden. Versprecher, längere Denkpausen oder störende „Ähs“ lassen sich dabei ebenso korrigieren wie kleinere Unregelmäßigkeiten im Ton.
Besonders interessant war der Besuch des Tonstudios. Der klimatisierte und technisch aufwendig ausgestattete Raum verfügt über eine Vielzahl unterschiedlicher Mikrofone und zeichnet sich durch eine hervorragende Akustik aus. Seine Klangqualität wird auch von professionellen Musikern und Tonmeistern geschätzt und macht das Studio für hochwertige Aufnahmen interessant.
Dass Moderatoren ihre Texte heute nicht mehr auswendig lernen müssen, zeigte uns anschließend der Einsatz des Teleprompters. Der vorbereitete Text läuft dabei unmittelbar vor der Kamera über einen Bildschirm, sodass der Moderator ihn lesen und dennoch direkt in die Kamera blicken kann. Entscheidend ist allerdings die richtige Geschwindigkeit: Der Text muss dem individuellen Sprechtempo des Moderators folgen, damit der Vortrag natürlich wirkt.
Natürlich durfte bei unserem Rundgang auch ein vertrautes Stück fränkischer Fernsehgeschichte nicht fehlen: die rote Couch, die viele von uns aus der täglichen „Frankenschau“ kennen.
Den Abschluss der Führung bildete ein Besuch im Regieraum. Hier laufen die verschiedenen technischen und redaktionellen Fäden zusammen. Beiträge, Einspieler und Außenübertragungen werden sekundengenau koordiniert und in das laufende Programm eingebunden – beispielsweise bei der Berichterstattung von einem Spiel des 1. FC Nürnberg.
Nach zwei ebenso kurzweiligen wie informativen Stunden endete unser Rundgang schließlich in der Kantine des Bayerischen Rundfunks, wo wir noch Gelegenheit zu einem gemeinsamen Mittagessen hatten.
Der Besuch vermittelte einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Rundfunk- und Fernsehbetriebs und zeigte, wie viel Technik, Planung und Präzision hinter einer Sendung stecken, die für den Zuschauer ganz selbstverständlich über den Bildschirm oder aus dem Radio kommt. Eine Führung, die durchaus eine Wiederholung im kommenden Jahr wert wäre.























