VPP-Weihnachtsfeier 2025

von Kurt O. Wörl

Wie schon viele Jahre vorher, so wurde auch heuer unsere vorweihnachtliche Feier mit den Klängen des Posaunenchors Gostenhof, von der Empore des Gesellschaftshauses herab, eröffnet.

 
Das Christkind kommt

Zu den himmlischen Klängen des Posaunenchors traf auch das Nürnberger Christkind im Festsaal ein. Die 16jährige Nora Falk wurde im Juli d.J. von der Jury für diese Aufgabe gewählt.

Und die eloquente, junge Frau meisterte auch vor unseren Senioren ihre Aufgabe mit Bravour. Sie rezitierte den Prolog, mit dem sie am 1. Advent auch den Christkindlesmarkt von der Empore der Frauenkirche, am Hauptmarkt, eröffnet hat:

Prolog des Christkinds

„Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!

In jedem Jahr, vier Wochen vor der Zeit, da man den Christbaum schmückt und sich aufs Feiern freut, ersteht auf diesem Platz, der Ahn hat’s schon gekannt, was Ihr hier seht, Christkindlesmarkt genannt.

Dies Städtlein in der Stadt, aus Holz und Tuch gemacht, so flüchtig, wie es scheint, in seiner kurzen Pracht, ist doch von Ewigkeit. Mein Markt bleibt immer jung, solang’ es Nürnberg gibt und die Erinnerung.

Denn alt und jung zugleich ist Nürnbergs Angesicht, das viele Züge trägt. Ihr zählt sie alle nicht! Da ist der edle Platz. Doch ihm sind zugesellt Hochhäuser dieses Tags, Fabriken dieser Welt.

Die neue Stadt im Grün. Und doch bleibt’s alle Zeit, Ihr Herrn und Frau’n: das Nürnberg, das Ihr seid. Am Saum des Jahres steht nun bald der Tag, an dem man selbst sich wünschen und andern schenken mag.

Doch leuchtet der Markt im Licht weit und breit, Schmuck, Kugeln und selige Weihnachtszeit, dann vergesst nicht, Ihr Herrn und Frau’n, und bedenkt, wer alles schon hat, der braucht nichts geschenkt.

Die Kinder der Welt und die armen Leut’, die wissen am besten, was Schenken bedeut’. Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, seid es heut’ wieder, freut Euch in ihrer Art. Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein.“

Im Anschluss beantwortete das Christkind überaus redegewandt und selbstsicher noch die Fragen, die unser Ehrenvorsitzender, Gerhard Danzl an den „himmlischen Gast“ richtete. So erfuhren wir, dass es in diesem Jahr zusammen etwa 170 Termine wie den heutigen wahrzunehmen hat, dass ihre Kro­ne ziemlich schwer sei, und dass ihr ihre Aufgabe Freude bereite. Die Schule leide nicht sehr unter ihrer Christkindrolle, betonte Nora Falk, sie sei nun in der 11. Klasse und bereite sich langsam auf das Abitur vor. „In der 11. Klasse ist kein allzu umfangreicher Lehrstoff zu bewältigen und versäumte Arbeiten kann ich nach­ho­len.“


Grußworte

Nachdem uns das Christkind für einen weiteren Termin wieder verlassen hatte, verlas unser 1. Vorsitzender die Grußworte des bayer. Innenminister, Joachim Herrmann und des Nürnberger Stadtoberhaupts, Marcus König, die beide wegen anderer Verpflichtungen leider verhindert waren.

Grußwort des BayStMI Joachim Herrmann

„Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Pensionistinnen und Pensionisten,  

das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir freuen uns nun auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage und die ruhigen, besinnlichen Stunden im Kreise unserer Familien und Freunde.

Auch das Jahr 2025 war wieder voller Herausforderungen und brachte für die Bayerische Polizei erneut eine Vielzahl komplexer Einsätze: Der grausame Messerangriff im Park Schöntal in Aschaffenburg sowie der schreckliche Anschlag in der Seidlstraße in München, bei welchen auch kleine Kinder ums Leben kamen, haben uns alle zutiefst erschüttert.  

Daneben forderten Großveranstaltungen wie die IAA, das Oktoberfest oder die vielen Demonstrationen und Sportveranstaltungen unsere Einsatzorganisation. Diese Beispiele stehen hier nur stellvertretend für tausende alltägliche Einsätze, die alle mit gewohnter Professionalität von unserer Bayerischen Polizei gemeistert wurden.

Und auch das kommende Jahr wird anspruchsvoll: Digitale Kriminalität, hybride Einflussnahmen und Angriffe auf kritische Infrastrukturen werden uns weiter beschäftigen. Außerdem verlangen die Bekämpfung organisierter Kriminalität, der Schutz vor Extremismus, die Sicherheit im digitalen Raum und die Bewältigung zunehmender gesellschaftlicher Spannungen weiterhin höchste Aufmerksamkeit.

Neben diesen sicherheitspolitischen Herausforderungen bewegen uns auch interne Themen wie die Haushaltslage. Mit hoher Einsatzbereitschaft, Flexibilität und starkem Teamgeist tragen alle tagtäglich dazu bei, die hohe Qualität der Polizeiarbeit auch unter schwierigen Bedingungen zu gewährleisten. Das verdient größten Respekt – aber auch das klare Bekenntnis, dass wir weiterhin alles daransetzen müssen, ausreichend engagiertes Personal und finanzielle Mittel sowie moderne Arbeitsbedingungen sicherzustellen. Unser Anspruch bleibt es, die bestmögliche Einsatzfähigkeit der Bayerischen Polizei zu sichern – mit Priorität auf Schutzausstattung, Aus- und Fortbildung, digitaler Infrastruktur und psychologischer Einsatznachsorge.

So schaffen wir die bestmöglichen Voraussetzungen dafür, dass die Bayerische Polizei auch den zukünftigen Herausforderungen mit Mut, Herz und Verstand begegnen kann. Denn wir haben ein gemeinsames Ziel: Bayern soll das sicherste Bundesland Deutschlands bleiben – und gleichzeitig ein Land sein, in dem Polizei und Bevölkerung einander mit Respekt und Vertrauen begegnen.

Liebe Pensionistinnen und Pensionisten, Ihre vorweihnachtliche Feierstunde ist längst eine liebgewonnene Tradition. Gerne hätte ich mit Ihnen einen stimmungsvollen Nachmittag in Nürnberg verbracht. Ich wünsche Ihnen auf diesem Wege von Herzen eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familien und alles erdenklich Gute für das Jahr 2026, insbesondere Glück, Zufriedenheit und Gottes Segen. Bleiben Sie gesund!  

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Herrmann

Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration
Mitglied des Bayerischen Landtags“


Grußwort des Oberbürgermeisters Marcus König:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

leider kann ich heute aufgrund der zeitgleich stattfindenden Stadtratssitzung nicht persönlich bei Ihnen sein. Umso mehr freut es mich, dass Ihre Tradition, sich im Kreis ehemaliger Kolleginnen und Kollegen auf die Weihnachtszeit einzustimmen, weiter lebendig bleibt und gepflegt wird.

Auch das Jahr 2025 war in vielerlei Hinsicht fordernd. Internationale Krisen und Kriege haben Auswirkungen, die wir täglich spüren. Preissteigerungen bleiben nicht aus, viele Menschen sorgen sich um das Miteinander in unserem Land.

Trotz der Herausforderungen möchte ich uns alle ermutigen, den Blick auch auf das zu richten, was uns Hoffnung gibt. Es gibt vieles, das gelingt: Projekte, die wir gemeinsam voranbringen; Begegnungen, die uns stärken; Entwicklungen, die Zuversicht schenken. Nürnberg lebt von diesem Miteinander – und von dem Engagement der vielen Menschen, die sich Tag für Tag für unsere Stadt einsetzen. Über 100.000 Nürnbergerinnen und Nürnberger engagieren sich ehrenamtlich. Sie alle zeigen, wie stark unser Zusammenhalt ist.

Mit Dankbarkeit schaue ich auf das vergangene Jahr zurück – und mit Optimismus auf das neue Jahr 2026: Wir werden einander begegnen, Feste feiern, uns austauschen und unsere Stadt weiter gemeinsam gestalten. Denn: Wir alle sind ein Stück Nürnberg, und wir alle tragen dazu bei, ein friedliches und gutes Miteinander möglich zu machen.

Ihnen, Ihren Familien und Freunden wünsche ich von Herzen frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr 2026! Alles Gute!

Marcus König
Oberbürgermeister“


Grußwort des Polizeipräsidenten Adolf Blöchl:

Wie schon die Jahre vorher, so ließ es sich Polizeipräsident Adolf Blöchl auch heuer nicht nehmen, sein Grußwort persönlich vorzutragen. Er bedanke sich für die Einladung herzlich und meinte:

„Die Weihnachtsfeier der Pensionistenvereinigung hat nicht nur eine lange Tradition und ein grandioses Programm voller Höhepunkte, sie stimmt uns vor allem jedes Jahr würdig ein auf diese ganz besondere Zeit des Jahres. Was wäre der Advent ohne diese wunderbare Gelegenheit zum Wiedersehen und Austausch zwischen Ehemaligen und Aktiven der großen Nürnberger Blaulichtfamilie.“ …

Blöchl ließ die polizeiliche Arbeit des ablaufenden Jahres noch einmal Revue passieren. So erinnerte er an den grauenvollen Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr, kurz nach unserer damaligen Weih­nachts­fei­er.

Um dem Terror und der Angst auf unseren Märkten nicht das Feld zu überlassen, habe man gemeinsam mit den Veranstaltern das Sicherheitskonzept noch einmal verschärft und die polizeiliche Präsenz deutlich erhöht.

Nürnberg und Mittelfranken gehören mit zu den sichersten Regionen, so ging hier die registrierte Kriminalität um 9% zurück. Hinzukäme eine hohe Aufklärungsquote von über 66%. Damit habe man einmal mehr den Unkenrufen entgegentreten können, die Sicherheitslage würde immer schlimmer werden.

Die Polizei werde zudem durch nahezu wöchentliche, inzwischen extrem polarisierte Demonstrationen von Rechts- und Links-gerichteten Demonstranten in der Nürnberger Innenstadt gefordert, häufig auch mit Gewaltexzessen. Dies binde in erheblicher Weise Personalressourcen.

Sorgen bereite der Bereich um den Nürnberger Hauptbahnhof. Eine erhebliche Zunahme der Kriminalität sei seit der Pandemie dort festzustellen. Mit vereinten Kräften sei es aber gelungen, das Sicherheitsgefühl wieder zu stärken.

Blöchl berichtete, dass in vielen Bereichen neue IT-Techniken etabliert werden, darunter auch solche mit künstlicher Intelligenz, die die polizeiliche Arbeit nachhaltig beeinflussen werden.

Weitere Themen waren die Abwehr illegaler Drohnenbewegungen über kritischer Infrastruktur, gegen die es sich zu wappnen gelte. 

Blöchl: „Sie sehen, die Arbeit geht der Polizei nie aus. Polizist zu sein bedeutet früher wie heute, einen spannenden und alles andere als langweiligen Beruf auszuüben. Die Sinnfrage stellt sich für uns Polizisten sowieso nicht.“

Abschließend richtete Blöchl noch ein persönliches Wort an unsere Rentner und Pensionisten der VPP:

„Jeden Tag versuchen Betrüger telefonisch gezielt mit Senioren in Kontakt zu kommen; sie erzählen schockierende Geschichten, täuschen vor, Polizisten, Staatsanwälte, Ärzte oder sonst was zu sein und holen dann Geld, Schmuck und andere Wertsachen direkt zuhause ab. Helfen Sie uns bitte bei der Prävention – werden Sie zum Botschafter gegen diese Gefahren und sprechen Sie alle Freunde, Nachbarn und Bekannte an. Sagen Sie ihnen: Die Polizei holt niemals Wertsachen ab oder verlangt eine Kaution an der Haustür. Das machen immer nur Betrüger.“

Mit den besten Wünschen an alle Kolleginnen und Kollegen zur Advents- und Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel schloss der Polizeipräsident sein Grußwort und zitierte die Schriftstellerin Daphne Maurier:

„Ein freundliches Wort kostet nichts und ist doch das schönste aller Geschenke!“


Intermezzo

Ein weiteres Mal erfreute uns sodann der Posaunenchor Gostenhof mit weihnachtlichen Klängen von der Empore.

Besinnliche Worte zum Christfest richtete schließlich noch Kirchenrat Matthias Herling, von der Polizeiseelsorge, an die Festgesellschaft.


Weihnachtsgeschichten der anderen Art

Tradition bei unseren vorweihnachtlichen Feiern sind alljährlich die Weihnachtsgeschichten der anderen, humorvollen Art. Unser 1. Vorsitzende, André Sewald trug eine Advents-Geschichte über eine ganz besondere Krippe unterm Weihnachtsbaum vor – im Nembercher Dialeggd versteht sich.

Därr Apfend 

Därr Abfend is beschdimmd die schännsde Zeid im Winder. Die massdn Leid homm im Winder immer ä Gribbn. Dei is dann mid Fieber. Mir homm aa anne, obber dei is mid Beleuchdung und mer schreibds vorner mid än´K´.

Scho immer vier Wochn befuurs Griskind kummd, schdelld därr Babba unser Gribbn im Wohnzimmer aaf und mei glanne Schwesdä und iech därfn miedhelfn.

Gribbn sinn ja normålerweis schdinglangweilich. Blouß unsre nedd, wall mir homm mordsdolle Figurn drinner. I hob ämål in Josef und äs Griskindlä affn Kachluufn naafgschdelld, dassis hald schäi warm homm – obber scheinbår wår ihner des dann doch zu haas. Äs Griskindlä is kullråbischwarz worn und in Josef hodds glei in dausend Drümmer zrissn. Der aane Fouß vo ihm is sugår bis in Blädzläsdaach gfluung und des war wergli ka schäiner Ånbligg.

Di Mama hodd mi dernouch ånschdändi gschimbfd und gsachd, dass nedd ämål mehr die Heilichn sicher wärn vor meiner Bläidheid. Wenn obber die Maria su ohne Moo und ohne Kind rumschdännerd, schauerd des ja aa nedd bsonders goud aus. Obber goddseidang hobb iech än Haufn Figurn in meiner Schbillzeichkisdn – und suu is edzer hald der Donald Duck unser Josef. Als Griskindläsersadz wolldi zerschd ja in Asderix nehmer, wall der su glaa is, dasser in Fudderdrooch neibasserd. Obber die Mama hodd gschachd, dass der Asderix als Griskindlä nedd gäihd. Dou wär dann sugår äs zammbrennde nu besser. Des is zwår schwarz wäi di Nachd, obber immerhin nu ä Griskind.

Hindern Griskindlä sein Drooch schdänner in unsrer Gribbn zwaa Oggsn, ä Esl, ä Nilbferd und ä Brondosaurier. Des Nilbferd und inn Saurier hob iech hiegschdelld, wall die Oggsn und der Esl wårn mer einfach zu langweilich.

Lings nebern Schdall kummer grood die Heiling Drei Keenich derher. Aaner vo denni is in Babba im ledzdn Abfend bamm Budzn noogfluung und wår dodål hie. Edz hommer blouß nu zwaa und als Ersadzkeenich än heilichn Bädmän.  

Normål homm dei heilichn Keenich ja än Haufn Zeich fürs Griskindlä derbei, neemli Gold, Weihrauch und Bürree – odder su ähnlich. Vo unsre drei hodd anner anschdadd Gold ä Kaugummibabierlä derbei, wall des aa äsu schäi glänzd. Der ander hodd, wall mer kann Weihrauch homm, ä Marlboro in der Händ. Obber dei rauchd aa rechd schäi, wemmers oozind. Der heiliche Bädmän hodd dann nu ä Bisdoln derbei. Des is zwår ka Gscheng fiers Griskindlä, obber dou dermied konners wenigsdens fuurm Saurier beschüdzn.

Hinder denni drei Heilichn sinn dann nu ä bår roudhåriche Indiåner und ä ganz keesicher Engl. Dem Engl is middlerwall aa scho ä Fouß oobrochn, drum hommern, dasser si leichder doud, aff ä Modorråd ghoggd. Mid denn kånner  dann immer fåhrn, wenner grood nedd fläichd.

Rechds neebern Schdall hommer nu äs Roudkäbblä hiegschdelld. Fier die Oma hodds ä Bizza und drei Weißbier derbei. Än Wolf hommer leider nedd derzou, drum luerd under än Baam ä glanner Schdier als Ersadzwolf vuur.

Mehr schdäid in unsrer Gribbn går nedd drinner, obber des reichd ja aa. Am Åmd schaldmer nou immer äs Lichd ei und dann is unser Gribbn erschd su richdi schäi. Mir hoggn alle dou und singer Lieder vom Abfend. Manche dervoo gfallnmer, obber die massdn simmer doch zu fåd.

Mei Oba hoddmer ämål ä  Gedichdlä vom Abfend glernd und des is äsu ganger:

Abfend, Abfend, der Glühwein brennd,
dringsd ann, dann zwaa, dann numål vier,
dann hauds minn Hirn diech an die Dier.

Obwohl des Gedichd wergli rechd schäi is, hoddmer die Mudder verboodn, dassi mers mergn derf.

Bis mer obber äweng schaud is därr Abfend und Weihnachdn aa scho widder vuurbei und mim Jåhr gäihds suu derhie. Die Gschenge sinn ausbaggd und mer gräichd vuur Osdern massdns nix mehr, hägsdns amm Gebordsdooch.

Obber aans is ganz gwieß – der schäine Abfend kummd immer widder!!!


Fragen über Fragen

Unser Ehrenvorsitzender Gerhard Danzl erfreute uns noch mit einem amüsanten Dialog zwischen einem Kind namens Lena und seiner Mutter. Lena hinterfragt mit entwaffnender Logik die Geschenke-Logistik des Christkinds und bringt ihre Mama damit in ziemliche Argumentationsnöte. Dabei geht es doch eigentlich nur um einen Wunschzettel zu Weihnachten.

Der Wunschzettel

 „Jetzt geh, Lena, mach Dein Wunschzett‘l fertig! Wennst was net schreib’n kannst, dann sags, ich helf Dir schon.“

„Mama, wo wohnt denn des Christkind’l eigentlich?“

„Lena, des weißt Du doch, des wohnt im Himmel drob’n, mit vielen Engeln.“

„Ja schon, aber warum kann’s dann bei uns herunt im Kripperl drin lieg’n?“

„Ja, weißt des Christkind ist vor mehr als 2000 Jahr geboren in einem alten Stall, in einer Futterkrippe ist es gleg’n, weil seine Eltern ganz arme Leut war’n.“

„Was? So alt ist das Christkind’l scho?“

„Naa Lena, des musst anders versteh’n, des Christkind ist jung geblieb’n, und kommt jedes Jahr zu uns, weil wir auf Weihnachten Christi-Geburt feiern.“

„Ja schon Mama, wenn des Christkind so arm war, wieso ist’s dann auf einmal so reich word’n?“

„Wie kommst denn jetzt auf sowas, dass des Christkind reich wär?“

„Ja, sonst könnt’s doch net jedes Jahr so viele Geschenke bringen.“

„Mei Lena, frag doch net soviel, schreib lieber.“

„Mama, Du hast doch g’sagt, wenn ich was net versteh, soll ich frag’n.“

„Ja Kind, dann frag halt.“

„Mama, wo hat denn des Christkind’l die ganzen Sachen her?“

„Ja, die Engel werden halt die Sachen fürs Christkind herricht’n.“

„Mama, wo ham denn die Engel die Sachen her, die sie fürs Christkind herricht’n? Ham die da oben an Supermarkt oder a Kaufhaus?“

„Mei Kind, Du machst mich ganz närrisch mit Deiner dummen Fragerei. Jetzt schreib endlich Dein Wunschzett’l fertig!“

„Mama, was machst’n dann mit dem Wunschzett’l, wenn er fertig ist?“

„Lena, den legen wir wie jedes Jahr vor’s Fenster naus, dort holt ihn dann des Christkind ab.“

„Mama, wir könnten doch da eine E-Mail schick’n. Des wär doch viel schneller und viel praktischer.“

„Kind, des geht doch net, weil’s im Himmel droben keinen Computer haben.“

„Wieso haben die keinen Computer, des versteh ich net.“

„Weil’s halt so was im Himmel net gibt. s’Christkind’l hat so was net.“

„Mama, warum hat dann voriges Jahr s’Christkind’l an Papa an Computer bringen können, wenn’s im Himmel gar keinen gibt?“

„Mei Lena, jetzt frag halt net so viel und schreib.“

„Vielleicht hat’s Christkind seinen eigenen Computer an Papa geschenkt.“

„Ja Lena, so wird’s gwesen sei.“

„Mei, des war aber lieb vom Christkind’l, gell Mama, dass den hergschenkt hat.“

„Ja weißt Lena, des is nämlich a so, wenn wir recht brav sind, dann erfüllt uns des Christkind fast jeden Wunsch.“

„Stimmt des Mama?“

„Ja Lena, Du musst nur ganz fest daran glauben.“

„Dann weiß ich schon, was ich mir wünsch. Ich wünsch mir vom Christkind, dass an Papa auf’n Kopf oben wieder d’Haar wachsen.“

„Geh jetzt, so an Schmarn, Du sollst Dir doch für Dich was wünschen.“

„Ach so, ja da weiß ich auch was, Mama.“

„Ja, was denn Lena, sag’s!“

„Ich wünsch mir doch schon sooo lang a Brüderchen. Des schreib ich jetzt auf mein Wunschzett’l und ich wünsch mir des ganz fest, dann bringt mir des Christkind auf Weihnachten a klein’s Brüder’l.“

„Lena, des geht doch net, wo soll denn des Christkind so schnell a Baby hernehmen. Da musst Du mindestens 9 Monate drauf warten.“

So lang, Mama, warum dauert des so lang? Haben die Babys so lange Lieferzeit?“

„Ja, so ungefähr!“

„Mama, dann bestell ich des Brüder’l gleich für nächstes Jahr auf Weihnachten. Hoffentlich vergisst des Christkind’l des bis dahin net.“

„Des kann schon sein, Lena, dass es des bis dahin vergisst.“

„Gell Mama, jetzt wär es doch g’scheiter gwes’n, wenn des Christkind’l ihren Computer net hergschenkt hätt. Dann könnt’s nämlich den Wunsch vom Baby jetzt einspeichern.“


Nun singe, wem Gesang gegeben

Solchermaßen gehörig eingehüllt in eine weihnachtliche Stimmung folgte auch heuer wieder der Höhepunkt unserer vorweihnachtlichen Feier: Drei Sänger und eine Sängerin, ein Pianist und ein Solo-Posaunist des Internationalen Opernstudios Nürnberg erfreuten uns wieder mit wunderbar schöner Musik.

Als Sängerin und Sänger waren dabei:

Almerija Delic (Mezzosopran)

Quinchuan Lan (Bassbariton)

Sergei Nikolaev (Tenor)

Hektor Palmer Nordfors (Bariton)

Harald Bschorr (Solo-Posaunist)

Andreas Paetzold (Pianist)

Um uns zu den dargebrachten Musikstücken auch die sehr nützlichen Hintergrundinformationen zu vermitteln, begleitete die Musiker auch heuer wieder – wie gewohnt – als Mo­de­ra­to­rin

Wiebke Hertmanek


Das musikalische Programm

  1. Dmitri Schostakowitsch:
    „Jazzsuit/Walzer“
    gesungen von Harald Bschorr
  2. W. A. Mozart:
    „Der Vogelfänger bin ich ja“ (Papageno, Zauberflöte)
    gesungen von Hektor Palmer Nordfors
  3. W. A. Mozart:
    „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ (Tamino, Zauberflöte) gesungen von Sergei Nikolaev
  4. W. A. Mozart:
    „Arie des Figaro: Aprite“ (Hochzeit des Figaro)
    gesungen von Quinchuan Lan
  5. Pietro Mascagni:
    „Cavalleria rusticana“
    Posaune gespielt von Harald Pschorr
  6. Pietro Mascagni:
    „Arie der Santuzza“
    gesungen von Almerija Delic
  7. Giuseppe Verdi:
    „Arie des Alfredo“
    (La Traviata)
    gesungen von Sergei Nikolaev
  8. Giuseppe Verdi:
    „Arie des Banco“ (Macbeth)
    gesungen von Quinchuan Lan
  9. Giacchino Rossini:
    „Duett Almaviva/Figaro“ (Barbier von Sevilla)
    gesungen von Sergei Nikolaev und Hektor Palmer Nordfors
  10. Georges Bizet:
    „Seguidilla“ (Carmen)
    gesungen von Almerija Delic
  11. Henry Mancini:
    „Moonriver“
    Posaune gespielt von Harald Pschorr
  12. Johann Strauß (jr.):
    „Ja das Schreiben und das Lesen“ (Zigeunerbaron)
    gesungen von Quinchuan Lan
  13. Emmerich Kálmán:
    „Wenn es Abend wird“ (Gräfin Mariza)
    gesungen von Sergei Nikolaev
  14. Franz Lehár:
    „Hör ich die Cymbalklänge“ (Zigeunerliebe)
    gesungen von Almerija Delic
  15. Franz Lehár:
    „Da geh‘ ich zu Maxim“ (Lustige Witwe)
    gesungen von Hektor Palmer Nordfors
  16. Irving Berlin:
    „White Christmas“
    Posaune gespielt von Harald Bschorr 

Videoausschnitt aus dem Programm

Hektor Palmer Nordfors „Da geh ich zu Maxim“ 

Es war auch heuer wieder ein wahres Fest für unsere Ohren. Unsere Senioren quittierten dies mit stehenden Ovationen. Zusammen mit den Künstlern sangen wir schließlich noch das obligatorische Weihnachtslied „Oh du fröhliche“. Unser beiden Vorsitzenden André Sewald und Kurt Kellermann sowie unser Ehrenvorsitzender Gerhard Danzl bedankten sich bei dem Ensemble und überreichen allen Künstlern noch kleine, bereitstehende Geschenke und Blumen für die Damen.


 Schlussworte und gemeinsames Singen von „Oh du fröhliche“

Alle Fotos und Videos von Kurt O. Wörl


Foto-Impressionen von der Feier

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